Als ein Interview mit Muammar al-Gaddafi für dessen Übersetzer heikel wurde

· Uncategorized, Es war einmal, Netzfunde

Wie übersetzt man einen Satz, in dem der Tod eines Diktators vorkommt? Das hat sich vermutlich auch der Übersetzer von Muammar al-Gaddafi gefragt, als er eine Frage übersetzen sollte, die sich nur ein US-Amerikaner traut zu stellen. Heraus kam eine peinliche Szene aus einem Interview, in dem der Übersetzer die Frage nicht stellen wollte konnte – aus Angst.

Ich glaube, ich muss nicht allzu viel erzählen über Muammar Muhammad Abdassalam Abu Minyar al-Gaddafi. Jenem Diktator, der 42 Jahre lang Libyen unter einer Schreckensherrschaft geführt hat. Es gibt genügend und dokumentierte Gründe, weshalb der Alleinherrscher in den westlichen Medien als „Mad Man“ beschrieben wird.

Gaddafis endlose Massaker

Eine fast schon amüsante Anekdote, hätte er während seiner „Karriere“ nicht an die 10.000 Menschen durch seine alljährlichen Massaker getötet. Dazu zählen auch die Passagiere des 1988 größten „Flugunfalls“ der Luftfahrtgeschichte, als eine vollbesetzte Boeing 747 über der englischen Stadt Lockerbie explodierte. Hier also das gekürzte Video des ehemals charismatischen Diktators:

„Ich habe eine andere Frage gehört“: Gaddafi beim Interview mit Journalist George Negus für SBS Dateline

Was mit dem Übersetzer dieses Fauxpas passiert ist, kann man sich denken, wenn man auch nur Bruchstücke des abstrus-paranoiden und politisch schizophrenen Machthabers kennt.

Gaddafi in Zeiten, in denen es noch keine misslungende Schönheitschirurgie gab
Gaddafi in Zeiten, in denen es noch keine misslungende Schönheitschirurgie gab

Das Ding mit der Schweiz

Ach, wo wir gerade beim Thema sind: Die Dokumentation des Schweizer Senders SRF, die den noch untertriebenen Titel „Wie Libyens Diktator Muammar Gaddafi die Schweiz erpresste“ trägt, ist erstaunlich sehenswert, und ich kann jedem nur empfehlen, sie sich anzusehen.