„O Imperial Wizard…“

· Netzfunde

Der Journalist Thomas Braden hatte gegen so einiges was: Kommunisten, Nordkoreaner, Richard Nixon, und dann waren da natürlich noch diese verdammten Nazis, gegen denen er, als Amerikaner, freiwillig mit den Briten in den Zweiten Weltkrieg zog. Er arbeitete schon als CIA-Agent, als es die CIA noch gar nicht gab und noch „OSS“ hieß.

„If I may be so bold as to interrupt the Grand Imperial Wizard“

Thomas Braden: Der eigentliche „Wizard“

Man kann also davon ausgehen, dass der 2009 verstorbene Mr. Braden schon so einiges gesehen und gehört hat während seiner doch bemerkenswerten 92 Lebensjahre. Dass aber er, Thomas Braden, mit 64 Jahren sich noch die Rechtfertigungen eines Ku-Klux-Klan-Anhängers anhören muss, und zwar in seiner TV-Sendung, war selbst für den Kriegsveteranen nur schwer auszuhalten.

Von 1978 bis 1989 war er einer der beiden Moderatoren im CNN-Interviewformat Crossfire. Und Braden musste dort die Rolle des Liberalen übernehmen, während sein Kollege, Pat Buchanan, die des Konservativen spielen durfte.

Grand Wizards bei einer Aufnahmezeremonie
Aufnahmezeremonie in die Armee der Bettdeckenträger in Georgia, Atlanta

Grand Wizard wird zum Grand FBI-Informanten

Am 4. November 1982 wurde das 10-minütige Interview aufgezeichnet. Zu Gast: Niemand weniger als der Grand and Imperial Wizard of the Invisible Knights of the Ku Klux Klan, Bill Wilkinson. Schon der erste Frame des Videos, das Mr. Bradens Gesicht zeigt, während er beginnt, seine „humble duty“ auszuüben, den „Grand Wizard“ vorzustellen, lässt erahnen, was er von dem, wie er ihn später nennt, „Bettdeckenträger“ hält. Bradens Hassskala hatte da bereits eine 9 erreicht.

Was Braden nicht wusste: Wilkinson wurde später zum Informanten des FBI. Das hätte Braden sicher gefallen.